

Foto © Erika Mayer
So 14. Juni 2026 – Mo 15. Juni 2026
von Suzie Miller
Entgegen aller Umstände wird aus dem Arbeiterkind Tessa Ensler eine erfolgreiche Strafverteidigerin, die unter anderem Männer vertritt, die wegen sexueller Übergriffe vor Gericht stehen. Sie glaubt an das Gesetz, glaubt an das Rechtssystem und verfechtet die Unschuldsvermutung. In dubio pro reo. Im Zweifel für den Angeklagten. Dann passiert etwas, was alles, woran sie glaubte, zusammen brechen lässt. Sie wird zum Opfer. Von der Verteidigerin zur Anklägerin. Sie muss am eigenen Leib erfahren, dass die weibliche Erfahrung sexueller Gewalt nicht in das männlich geprägte Justizsystem passt. Der Täter ist ihr Arbeitskollege Julian, mit dem Tessa sich auf eine Büroaffäre eingelassen hat. Bei einem gemeinsamen Abend in Tessas Wohnung kommt es zum sexuellen Übergriff, sie flüchtet aus dem Gebäude und erstattet Anzeige, obwohl ihre Chancen vor Gericht zu gewinnen klein sind. Die Prima-Facie-Beweise, also „Anscheinsbeweise“, sprechen gegen sie. Doch sie entscheidet sich, zu kämpfen.
Es ist eine Anklage an uns alle. An ein Justizsystem, das von Männern, für Männer geschaffen wurde.
Suzie Millers aufwühlender Monolog wurde 2019 in Sydney, Australien, uraufgeführt. Ausgezeichnet mit dem Pulitzer Prize, Australian Writers’ Guild Award 2020, dem David Williamson Award 2020 und dem Olivier Award, der höchsten Auszeichnung des britischen Theaters. Es ist einer der größten Theatererfolge der letzten Jahre.
*prima facie: juristischer Fachausdruck für „Anscheinsbeweis“, „bis auf Widerruf“
SCHAUSPIEL: Magdalena Köchl
REGIE: Leonard Dick
MUSIK: Anna Buchegger
KOSTÜM: Celine Walentowski
BÜHNE: Milena Keller
DRAMATURGIE: Cosima Schubert
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